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Botanische Tolerke aus dem Verlage von Wilhelm Braumüller, k. k. Hof- u. Universitätsbuchhändler in Wien,

Physiographie der Medizinalpflanzen

nebst einem Clavis zur Bestimmung der Pflanzen mit besonderer Berücksichtigung der Nervation der Blätter

von Const. Ritter von Ettingshausen Doctor der Medicin, Professor der Naturgeschichte an der med.-chirurg. Josefs-Akademie. Mit 294 Ahhild. in Maturselbstdrun. gr. 8. 1862. Preis: 6 fl. 4 Thlr.

Das Werk ist zunächst für den Unterricht in der medicinischen Botanik bestimmt. Es enthält nebst der Beschreibung der Arzneigewächse das Wichtigste über Systematik und Charakteristik der Pflanzen und überdiess noch das Bemerkenswertheste aus der Pharmakognosie in Bezug auf die offieinellen Pflanzentheile. Aber auch die Nutz- pflanzen, die bei uns wildwachsendenGiftpflanzen, ferner die wichtigsten der in früherer Zeit offiecinellen Gewächse sind möglichst berücksichtigt worden. Um den Anfänger in die Lage zu setzen, mit dem Buche in der Hand auch ausserhalb des bota- nischen Gartens Studien über Pflanzen zu machen, um ihn dahin zu führen, auf eine leiclıte Weise die auffallendsten Gewächse der einheimischen Flora, vor allem die Baum- und Straucharten kennen zu lernen, hat der Verfasser einen Clavis zur Bestimmung der Pflanzen bei- gefügt, worin dieneugefundenen, dem Blattskelette entnommenen Merkmale der Unterscheidung vorzüglich berücksichtigt und die Blatt-Organe von über 200 Pflanzen- arten in Naturselbstdrucek zur Anschauung gebracht sind, auf dessen besonders schöne Ausführung von der k. k. Hof- und Staatsdruckerei die grösste Sorgfalt verwendet wurde.

Von demselben Verfasser:

Photographisches Album Flora Desterreid’s.

Zugleich ein Bandbuch

zum Selbstunterricht in der Pflanzenkunde. Mit 173 Tafeln. Enthaltend: Eine Sammlung gedruckter Photograpbien von characteristischen Pflanzen der einheimischen Flora.

gr. 8. 1864. Preis: 5 fl. 3 Thlr. 10 Ngr.

Dieses Werk bringt die erste umfassende Ausführung einer höchst in- teressanten und folgenreichen Erfindung, nach welcher Photographien mit der Buchdruckerpresse wie Holzschnitte in den Text gedruckt werden können, ohne die Einzelheiten ihres fast microscopisch feinen Details auch nur im geringsten einzubüssen. Die Photographie, welche im gewöhnlichen Leben eine so grosse Rolle spielt, findet man hier zum erstenmale zur Darstellung getreuester Portraite von Pflanzen aus der Flora des Kaiserthums Oesterreich in Anwendung gebracht. Die Pflanzenarten wurden mit besonderer Berücksichtigung der Nutz-, Arznei- und Giftgewächse so ausgewählt, dass fast alle Familien der einheimischen Flora reichlich repräsen- tirt erscheinen. Die zahlreichen photographirten Tafeln sind in den Text gedruckt, der die Beschreibungen, sowie überhaupt alles Wissenswerthe über die Pflanzen enthält, und mit einer gemeinfasslichen, die Pflanzenorgane im Allgemeinen behandelnden Einleitung versehen ist. Das Werk bietetdemnach nicht nur einen vortrefflichen Einblick indie Naturder vaterländischen Flora, sondern setzt auchJedermann indie Lage, auf eine eben so leichte als sichere Weise zur Pflanzen- kenntniss zu gelangen.

Lehrbuch der Botanik.

Ein Führer in’s Pflanzenreich vorzugsweise für Landwirthe und Forstmänner, sowie für Freunde der Naturkunde von

Erwin Kolaczek

ehem. Professor an der k. k. höheren landwirthschaftlichen Lehranstalt in Ungarisch-Altenburg.

Mis 363 in den Text gedruckten Abbildungen. gr. 8 41896; ‚Preis: 4, 80. kr. ‚— 3 Thlr. 6. Ner.

AUFZÄHLUNG

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UNGARN UND SLAVONIEN

BISHER BEOBACHTETEN

GEFÄSSPFLANZEN

NEBST EINER

PFLANZENGEOGRAFISCHEN UEBERSICHT

VON

D" AUGUST NEILREICH

k. k. Oberlandesgerichtsrathe, Mitgliede der k. Leop. Carol. Akademie der Naturforscher, der k. k. zool.-bot. Gesellschaft in Wien, der ungarischen Naturforscher-Gesellschaft in Pest, der k. k. mährisch-schlesischen naturwissenschaftlichen Gesellschaft und des naturforschenden Vereines zu Brünu, des naturwissenschaftlichen Vereines für Steiermark, der k. botan. Gesellschaft zu Regensburg und der Societe imp. des sciences naturelles de Cherbourg, dann Correspondenten der k. k, geologischen

Reichsanstalt.

hl: Wir wollen ja nur das geben, was sich bis jetzt wS 2% >}

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Dorner (Kanitz Gesch. der ung. Bot. 198.)

WIEN, 1866. WILHELM BRAUMÜLLER

K. K. HOF- UND UNIVERSITÄTSBUCHHÄNDLER,

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Vorrede. GARDEN.

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ara nicht nur in botanischer sondern überhaupt in naturgeschicht- licher Beziehung eines der reichsten und merkwürdigsten Länder Europas, besitzt nicht einmal eine brauchbare Aufzählung der bis jetzt daselbst beobachteten Pflanzenarten, geschweige denn eine den An- forderungen der Wissenschaft entsprechende Flora. Es wird auch so- bald keine besitzen. Denn die derzeit zu Gebote stehenden Vorarbeiten sind noch zu dürftig, zu lückenhaft, theilweise schon veraltet; sollen sie ihrem Zwecke entsprechen, so müssten sie durch neuerliche For- schungen vervollständigt und berichtigt werden. Dies erfordert aber bei der Weitläufiskeit des Florengebietes Zeit, Thätigkeit und das Zusammenwirken Vieler. Wenn ich, der ich das Land aus eigener Anschauung nicht einmal kenne, desungeachtet es unternommen habe, auf Grundlage der mir zugänglichen Quellen eine Aufzählung der bisher in Ungarn gefundenen Gefässpflanzen zusammenzustellen, so ist damit selbstverständlich nichts anderes als eine einfache möglichst kritische Registrirung des vorhandenen Materiales bezweckt, um wenigstens eine Basis für künftige Arbeiten zu schaffen. Eine solehe Aufzählung kann daher auf keinen Fall Anspruch auf Vollständigkeit, ja nicht einmal durchwegs auf Richtigkeit der Angaben machen, da die Verfasser dieser Angaben sich oft selbst im Irrthume befanden.

Die ungarischen Botaniker dehnen das Florengebiet von Ungarn nicht nur über dieses Land, sondern auch über Croatien, Slavonien, Siebenbürgen uud selbst Dalmatien aus. Dies ist die Ursache, dass so manche nur in dem einen oder dem anderen dieser vier letztgenannten Länder vorkommende Pflanze „in Hungaria“ oder im „südlichen Un- garn“ angegeben wird, insbesonders ein bei Willdenow und Schultes beliebter Ausdruck, welcher schon zu vielen Missverständnissen Ver- anlassung gab. In diesem Sinne habe ich die Grenzen des ungarischen

Florengebietes nicht gezogen, denn hier wird damit nur das eigentliche 2

IV

Königreich Ungarn und die Banater Militärgrenze verstanden. Slavo- nien habe ich in diese Aufzählung deshalb mitaufgenommen, weil über die Flora dieses Landes bisher fast gar nichts bekannt war und eine Ausscheidung desselben noch überdies aus pflanzengeografischen Gründen nicht passend gewesen wäre. Croatien blieb dagegen ausge- schlossen, weil über dieses Land bereits eine Pflanzenaufzählung von Schlosser und Vukotinovie besteht, welcher ich kaum etwas Neues hätte hinzufügen können, und weil die Vegetationsverhältnisse, wenig- stens im südlichen Theile Croatiens, mit jenen Ungarns und Slavoniens wenig übereinstimmen. Das sogenannte ungarische Litorale, ein schmaler am Quarnero des adriatischen Meeres gelegener Küsten- strich (Fiume, Buccari, Novi, Porto-R&) stand bis 1854 mit Croatien in keinem Comitats-Verbande, sondern hatte ein eigenes unmittelbar den ungarischen Oentralstellen untergeordnetes Gubernium (Nagy Notit. Hung. II. 120). Dies macht es erklärlich, dass Pflanzen, welche offenbar nur am Seestrande wachsen, in die ungarische Flora selbst von jenen Autoren einbezogen wurden, welche Ungarn im engeren Sinne, d. i. mit Ausschluss von Croatien genommen hatten. Allein, da das Litorale im Jahre 1854 mit Croatien vereinigt wurde und bis jetzt dort verblieben ist, da auch dessen Flora mit jener Ungarns nicht nur in keinem Zusammenhange steht, sondern als eine ganz abnorme Er- scheinung sich eher störend ausnehmen würde, so habe ich die am ehemaligen ungarischen Litorale vorkommenden Pflanzen in gegen- wärtige Aufzählung nicht einbezogen. Dagegen sind die Murinsel, seit 1854 ein Bestandtheil Croatiens, dann die früher siebenbürgischen Öomitate Zarand, Kraszna, Mittel-Szolnok und der Distrikt Kövar wieder zu Ungarn gekommen, weshalb auch ihre Flora hier berück- sichtiget wurde. Bezüglich der geografischen Eintheilung bin ich der vor dem Jahre 1854 bestandenen und seit 1860 wieder hergestellten Comitats-Begrenzung gefolgt, welche von jener von 1854—60 beson- ders bei den Gomitaten Presburg, Neutra, Komorn, Gran, Heves, Szaboles, Bihar und den drei slavonischen Comitaten bedeutend abweicht.

Diejenigen Arten, deren Vorkommen in Ungarn und Slavonien keinem Zweifel unterliegen dürfte, sind mit fortlaufenden Zahlen be- zeichnet und mit grösseren fetten Lettern gedruckt. Jene Arten dagegen, welche mit keiner Zahl versehen und mit kleineren fetten Lettern gesetzt sind, halte ich für die Flora von Ungarn für mehr oder minder zweifelhaft, weil entweder ihr angebliches Vorkommen den Gesetzen der Pflanzengeografie widerspricht oder weil der vieldeutige Ausdruck „in Hungaria“ es ungewiss lässt, welches Land damit

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gemeint sei. Pflanzen endlich, ebenfalls mit kleineren fetten Lettern gesetzt, aber mit einem Sternchen bezeichnet, sind zwar beschriebene aber aus der Beschreibung schwer oder gar nicht zu erkennende Arten, meist veraltete von Kitaibel theils in den Werken von Willdenow, Schultes und Rochel, theils in seinem von Kanitz herausgegebenen handschriftlichen Nachlasse aufgestellte Species, die man ohne Kitai- bel’s Herbar wohl in den wenigsten Fällen wird enträthseln können. Auch Pflanzennamen ohne Diagnose finden sich bei Kitaibel vor, von denen man natärlich nicht weiss, was sie sein sollen, ich habe sie gleichwohl aufgenommen und mit zwei Sternchen bezeichnet.

Von Synonymen habe ich in der Regel nur jene angeführt, welche die ungarische Flora betreffen und nicht allgemein bekannt sind; wurden sie in einem über die ungarische Flora handelnden Werke ursprünglich aufgestellt, so habe ich auch das Werk näher bezeichnet. Die in Townson’s und Genersich’s Werken vorkommenden meistens aus unrichtigen Bestimmungen entstandenen Synonyme wurden für gewöhnlich weggelassen, da sie längst der Vergessenheit verfallen und bereits von Wahlenberg berichtigt worden sind. Auch Sadler führt in der ersten Ausgabe seiner Pester Flora mehrere Arten an, welche er in der zweiten Ausgabe einfach weglässt, offenbar verkannte Pflan- zen, von denen man nicht sagen kann, was damit gemeint war, da Sadler selbst keine Aufklärung gab.

Ohne Zweifel wird man mir den Vorwurf der Inconsequenz machen, dadurch begangen, dass ich Arten, welche als solche von bewährten Botanikern anerkannt sind, doch nur als Varietäten ange- führt habe, während ich Pflanzen, deren specifischer Werth so manchen Bedenken unterliegt, dennoch als Arten gelten liess. Dieser Vorwurf ist gegründet, war aber nicht zu vermeiden. Denn einerseits wollte und konnte ich Pflanzen nicht als Arten aufführen, bei denen ich mich längst überzeugt habe, dass sie keine sind, anderseits durfte ich Pflanzen das Artenrecht nicht absprechen, die ich zu beobachten keine Gelegenheit hatte, und von denen, wenn auch aus guten Gründen, nur zu vermuthen ist, dass sie Formen bereits bekannter Arten seien.

Bei jenen Arten, welche ich in allen oder doch in den meisten ungarischen Specialfloren aufgeführt fand und die überhaupt durch ganz Mittel-Europa verbreitet sind, habe ich nur den natürlichen Standort kurz angegeben, bei allen übrigen Arten sind aber die Standorte mit genauer Beziehung auf die Quelle, aus der ich schöpfte, verzeichnet, Obschon dadurch der vielen Citate wegen ein nicht unbeträchtlicher Raum in Anspruch genommen wurde, so halte ich doch diese Citate für unerlässlich, denn in der Angabe der Fundorte liegt der ganze

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Schwerpunkt dieser Aufzählung und da, wie bereits erwähnt, die An- gaben der Autoren einen sehr verschiedenen Werth haben, so musste doch Jedermann im Falle eines Zweifels in die Lage gesetzt werden, die Glaubwürdigkeit der Quelle nach eigenem Ermessen beurtheilen zu können. In jenen Fällen, wo einem Fundorte ohne Citirung eines Werkes blos der Name des Entdeckers beigesetzt ist, beruht die An- gabe auf einer mir gemachten mündlichen oder schriftlichen Mittheilung. Die Arten, welche der Pfarrer in Angern, Alexander Matz an beiden Ufern der March gefunden hat, habe ich in seiner Gesellschaft beinahe alle selbst gesammelt. Bei jenen Pflanzen, die ich auf dem Leitha- und Rosaliengebirge, dann am Neusiedler See beobachtete, habe ich ein N. beigesetzt, womit aber nicht etwa gesagt sein soll, als wäre ich auch jedesmal der Entdecker dieser Fundorte, da derlei Angaben nicht selten in die ältesten Zeiten zurückreichen und sich nur durch die Tradition der Wiener Botaniker erhalten haben.

Die Manuscripte, welche mir zu Gebote standen, sind in dem Verzeichnisse der von mir benutzten Werke aufgeführt. Ich bedauere im hohen Grade, dass ich von den vielen handschriftlichen Quellen des Pester Museums nur so wenige einsehen konnte, dass mir insbe- sondere Sadler’s botanische Reisen und Monografien nicht vorlagen. Unwillkürlich drängt sich dabei die Frage auf, welche Hindernisse mich denn eigentlich abgehalten haben, die reichen Schätze des Pester Museums zu benützen, da in neuerer Zeit sogar die geheimen Staats- archive wissenschaftlichen Forschungen geöffnet werden. Ohne mich in ein weiteres Detail über die Natur dieser Hindernisse einzulassen, will ich nur das gewichtigste von allen hervorheben, dass nämlich die allseitige Benützung obiger Quellen die Herausgabe des vorliegenden Werkes auf mehrere Jahre hinausgeschoben hätte, während doch mein vorgerücktes Alter und noch mehr meine völlig untergrabene Gesundheit mir dringende Eile geboten. Statt einer reichhaltigern Auf- zählung wäre wahrscheinlich gar keine erschienen.

Grössere Sorgfalt, als dies sonst in botanischen Büchern der Fall ist, glaubte ich auf den topografischen Theil meiner Arbeit ver- wenden zu sollen. Ich habe daher keinen Standort niedergeschrieben, welchen ich nicht duf der Landkarte gefunden oder über den ich sonst nicht im Klaren gewesen wäre. Wenn sich desungeachtet Fehler ein- geschlichen haben, so möge dies in der Gleichheit vieler Namen, in der manchmal bis zum Unkenntlichen verstümmelten Schreibart und in den so oft höchst unbestimmten Angaben der Autoren Entschuldi- gung finden. Eine Schwierigkeit anderer Art liegt ferner in der Benen- nung und Rechtschreibung der Ortschaften, Flüsse und Berge, da

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diese nicht selten einen deutschen, magyarischen, slavischen oder romanischen Namen führen und die Magyaren alle Namen nach ihrer Orthografie schreiben. Bücher und Karten geben hierüber meist unge- nügenden Aufschluss. Am richtigsten wäre es freilich, diejenigen Namen zu wählen, welche bei den Bewohnern einer Gegend die ge- bräuchlichen sind und sie dann auch in der Orthografie dieser Sprache zu schreiben. Allein abgesehen davon, dass hier wieder ganz eigene ethnografische und linguistische Studien nothwendig wären, dass man manchmal gar nicht weiss, welcher Sprache ein bestimmter Name angehört und dass so viele Orte eine gemischte Bevölkerung haben, würde man zuletzt ob der sprachlichen Genauigkeit für deutsche Leser ziemlich unverständlich werden, da man z. B. nach diesem Grundsatze die wohlbekannten Städte Neu-Sohl, Schemnitz und Eperjes, weil sie slovakischen Comitaten angehören, Banska-Bistrica, Stavnica und Presov, die magyarischen Städte Stuhlweissenburg, Fünfkirchen und Grosswardein dagegen Szekes- Fehervär, Pecs und Nagy -Värad benennen müsste. Da ich diesen Knoten zu lösen nicht vermag und in deutscher Sprache schreibe, so habe ich alle Orte, Berge und Flüsse so genannt, wie sie uns Deutschen durch Sprachgebrauch, Bücher und Karten mundgerecht sind, dieselben aber, so weit ich es wusste, so geschrieben, wie es die Orthografie der betreffenden Sprache erheischt. Diesem gemäss bin ich bei magyarischen Namen der magyarischen Rechtschreibung, bei slovakischen Namen der Kvetna Slövenska von Reuss, bei slavonischen dem Reichsgesetzblatte vom 3. Juni 1854 Nr. 136 über die Eintheilung Slavoniens und bei serbischen der von Pan£ic in der Flora von Serbien (ZBV. VI. 476) beobachteten Schreibart gefolgt. Nur bei den romanischen Namen blieb ich rathlos, da die Romanen, wenn sie nicht mit eyrillischen sondern mit lateini- schen Buchstaben schreiben, über die Orthografie ihrer Ortsnamen selbst nicht im Reinen zu sein scheinen. Mir blieb daher nichts übrig, als die romanischen Namen so zu schreiben, wie ich sie in neueren Büchern und auf Karten geschrieben fand. Die Namen der Comitate endlich, da keines eine unvermischte Bevölkerung hat, habe ich in Ermanglung einer deutschen Benennung stets in magyarischer Sprache angeführt, wie dies ohnehin in allen Geografien von jeher Sitte war und noch ist.

Ein grosser Uebelstand liegt darin, dass bei Aufzählung der Fundorte in so vielen Fällen eben nur vereinzelte Fundorte ohne pflanzengeografischen Zusammenhang gegeben werden konnten, allein es ist dies die natürliche Folge der unvollständigen Kenntniss der ungarischen Flora. Nicht minder störend ist es, dass die Specialfloren

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von Fünfkirchen und Sirmien, dann der Comitate Trenesin, Eisenburg und Arad gar keine Fundorte, sondern nur Namensverzeichnisse der daselbst gefundenen Pflanzen enthalten.

Da der Druck dieses Werkes im December 1864 begonnen hat, so konnte ich später erschienene Aufsätze über die Flora von Ungarn nur nach Mass des vorgeschrittenen Druckes benützen,

Schliesslich meinen Dank allen denjenigen, die mich bei Ver- fassung dieser Aufzählung mit Rath und That unterstützt haben. Nie hätte ich die werthvollen Manuscripte Kitaibel’s benützen können, wenn Herr Professor Dr. Fenzl die Uebersendung derselben nach Wien nicht erwirkt hätte. Der Docent an der Wiener Universität Herr Dr. Reichardt hat mir nicht nur verschiedenartige Notizen aus dem Herbar des k. k. botanischen Hofkabinetes mitgetheilt, sondern auch die in slavischer Sprache geschriebene Kvetna Slovenska ver- deutscht und so dieses Werk mir zugänglich gemacht. Der Vicedirector der k. k. meteorologischen Central-Anstalt Herr Karl Fritsch hat mir die dortigen meteorologischen Aufzeichnungen zur Verfügung ge- stellt, wodurch es allein möglich wurde, die klimatischen Zustände Ungarns zu schildern. Durch herbeigeschafftes wissenschaftliches Ma- terial und sonstige Mittheilungen sind mir die Herren Dr. Alois von Alth, Advokat in Krakau, die Professoren von ‚Dorner und Hazs- linszky, Regimentsarzt Dr. Herbich, Lieutenant von Janka, die Pro- fessoren Dr. Kerner und Dr. Kornhuber, Custos-Adjunkt Dr. Kot- schy, Comitats-Fysikus Dr. Krzisch, Pfarrer A. Matz, Rittmeister Schneller, Mediciner Nikolaus von Szontagh, Reichsgeolog Stur, Oekonomie-Beamter Wilhelm Vuezl und Andere freundlichst an die Hand gegangen. Vorzugsweise fühle ich mich aber verpflichtet, meinem jugendlichen Freunde August Kanitz aus Lugos, Hörer der Rechte in Wien, für die vielen mir geleisteten wichtigen Dienste herzlich zu danken. Der ungarischen und deutschen Sprache gleich mächtig und wohl bewandert in der botanischen Literatur hat er mich von den ein- schlägigen ungarischen Werken in Kenntniss gesetzt und mich durch Uebersetzung derselben in das Deutsche in die Lage gesetzt, dieselben auch nutzbar zu machen. Durch die Herausgabe eines grossen Theiles des handschriftlichen Nachlasses Kitaibel’s hat er das Zustande- kommen der gegenwärtigen Aufzählung wesentlich gefördert, für diese Veröffentlichung hat ihm aber sein Vaterland in erster Linie zu danken.

Wien, den 10. August 1865.

Dr, August Neilreich.

ERSTER THEIL.

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Erster Abschnitt.

Geschichtlicher Ueberblick.

Kanitz Geschichte der Botanik in Ungarn. Hannover 1863. 12., dann dessen Versuch einer Gesckichte der ungarischen Botanik. Halle 1865. 8. (Separat-Abdruck aus dem XXXIII. Bande der Linnaea). Hier wird immer das zweite Werk eitirt.

I. Die Vorzeit. Die Geschichte der Botanik vom XV. Jahrhunderte bis zu Tournefort's Zeitalter ist in Europa überall so ziemlich dieselbe. Man begnügte sich die nützlichen, besonders medicinischen oder schäd- lichen, mitunter auch die vermeintlich wunderwirkenden Kräfte der Pflanzen zu untersuchen oder commentirte Dioskorides Werk und mühte sich ab, die von ihm beschriebenen Pflanzen dort zu finden, wo sie nicht zu finden waren. Allerdings gab es einzelne höher begabte Männer, die über ihrem Zeitalter standen und auch die Botanik in einem erhabeneren wissenschaftlichen Sinne auffassten, allein solche bevorzugte Geister waren selten und selbst ihre Leistungen ohne durchgreifende Wirkung, ohne nachhaltige Folgen.

In Ungarn war es nicht anders. Von Johann Monardi, dem Leib- arzte Königs Wladislaw II. ( 1536) bis Winterl, dem ersten Professor der Botanik in Ungarn (1771) konnte sich diese von ihrer untergeordneten Stellung nieht zur Höhe der Wissenschaft emporschwingen und so all- seitig auch die Gelehrsamkeit Einzelner gewesen sein mag, wie des Debreciner Superintendenten Peter Melius (+ 1572), des Breslauer Rei- senden Dr. Friedrich Monau (7 1659), des Jesuiten Johann Lippay (r 1666), des k. Obersten Grafen Marsigli (+ 1730), des Oedenburger Arztes Dr. Karl Friedrich Löw (+ 1741), des Gymnasialrectors Christian Johann Deccard, der eine Flora von Oedenburg schrieb (+ 1764), und Anderer, welche in ihren Schriften die Vegetationsverhältnisse Ungarns mehr oder weniger berührten, für die Botanik haben sie doch nur Unbe- deutendes, für unsere Zeit Werthloses geleistet. Nur Olusius macht hiervon eine rühmliche Ausnahme, freilich der grösste Naturforscher seiner Zeit. Charles de l’ Ecluse, geboren zu Arras 1526, kam 1573 nach Wien und ver- blieb daselbst bis 1588, im Ganzen 14 Jahre als k. Truchsess am Hofe der beiden Kaiser Maximilian II. und Rudolf II. Da damals zwei Drittheile von Ungarn türkisch waren, so musste Clusius seine Ausflüge in dieses Land auf die Umgebungen von Presburg, Oedenburg, Güssing und Lendva,

Neilreich, unrar. Pflanzengeografie. {|

2 Geschichtlicher Ueberblick.

die Ufer der Raab und die Murinsel beschränken, am liebsten weilte er aber im Schlosse des Obertruchsesses von Ungarn Balthasar von Batthyäany zu Güssing (Nemeth-Ujvar). Olusius starb zu Leiden 1609. Er war der erste, der die Pflanzen als solche, abgesehen von ihren Eigenschaften und Kräften, zum Gegenstand seiner Beobachtungen machte, sie muster- haft beschrieb und selbst ihre geografische Verbreitung vor Augen hatte, aber seine Stellung war nicht von der Art, eine Schule zu gründen und so sein Werk fortzubilden, im Gegentheil mit ihm erlosch das Licht, das er im Leben verbreitet, und fast 200 Jahre verflossen, bis sich die Botanık durch die Gunst der Zeitumstände endlich bleibend in Ungarn einzubürgern vermochte.

I. Einführung des Linne’schen Systems. Erst nach der Mitte des XVII. Jahrhunderts begannen die Verhältnisse für die Pflege der Naturwissen- schaften wie in Oesterreich überhaupt so auch in Ungarn sich günstiger zu gestalten. Die den Türkenkriegen gefolgten Wirren hatten sich gelegt, Maria Theresia’s beglückende Regierung verbreitete Ruhe und Wohlstand in ihrem aus früherer Zeit hart mitgenommenen Reiche, talentvolle strebsame Männer fanden in dem k. Leibarzte und Studien- director Baron Yan Swieten einen ebenso wohlwollenden als mächtigen Gönner. Gleichzeitig hatte Linne das Sexualsystem gegründet, die Be- griffe von Art und Gattung geläutert und eine ganz neue Benennungs- weise der Pflanzen geschaffen. Er hatte das Glück, dass seine neue Lehre noch bei seinem Leben überall Anklang fand und in kurzer Zeit zu einer beinahe despotischen Alleinherrschaft gelangte. Jaequin brachte sein System nach Oesterreich, Winter! führte es in Ungarn ein. Josef Jakob Winter! (geb. zu Steir 1739, gest. zu Pest 1809) ein Schüler und Freund des Professors Crantz in Wien, wurde 1771 zum Professor der Botanik und Chemie an der eben erst errichteten Universität zu Tirnau ernannt und war der erste in Ungarn, der diese Wissenschaften öffentlich vortrug. Im Jahre 4777 kam die Universität nach Ofen und 14784 nach Pest, auch wurde daselbst ein botanischer Garten errichtet, dessen Catalog Winter! 4788 mit 25 Tafeln herausgab. Auf diesen Tafeln sind mehrere neue Arten abgebildet, allein Winterl unterliess es, sie als solche aufzustellen und zu benennen, sei es aus Scheu, in die Rechte Linne’s einzugreifen, sei es aus einer andern Ursache, so viel ist gewiss, dass diese von Winter! entdeckten Arten gegenwärtig die Namen führen, die ihnen später Ehr- hart und Kitaibel gegeben haben.

Das Linne’sche System hatte sich kaum in die verschiedenen Länder Europa’s eingebürgert, so beeilte man sich auch schon, Specialfloren in dieser Methode zu schreiben, gewiss eine erfreuliche Erscheinung der damaligen Zeit. Die erste nach dem Sexualsysteme bearbeitete ungarische Flora war Horvatovsky Flora tyrnaviensis 4774, die jedoch unvollendet blieb und eigentlich Winterl zum Verfasser haben soll. Hierauf folgten des Presburger Arztes Lumnitzer, eines Schülers Scopoli's, Flora poso- niensis 147914, das Beste aus dieser Zeit, und des Leutschauer Arztes Genersich Elencehus florae scepusiensis 41798 und Catalogus plantarum rariorum Scepusii 1801. Die beiden Jesuiten und Ofner Professoren Piller

Geschichtlicher Ueberblick. 3

und Mitterpacher machten 1782 eine wissenschaftliche Reise von Ofen nach Pozega (Iter per Poseganam provinciam susceptum 1783), der Lem- berger Professor Hacquet durchwanderte durch acht Jahre (1788 95) die nördlichen Karpatenländer und gab die ersten naturgeschichtlichen Nachrichten über die Central-Karpaten (Reisen durch die dacischen und sarmatischen Karpaten 1790—96), der schottische Naturforscher Robert Townson bereiste 1793 ganz Ungarn und sein hierüber in London 1797 erschienenes Werk Travels in Hungary galt lange Zeit, besonders im Auslande als das Non plus ultra dieser Art. Aber alle diese Reisenden verfolgten mehr ethnografische und wenn auch naturgeschichtliche, doch nur nebenher botanische Zwecke. Man sieht aus allem diesem, dass die Botanik in Ungarn nicht den raschen Aufschwung genommen hatte, den sie am Ende des XVII. Jahrhunderts in anderen Ländern, namentlich in dem benachbarten Oesterreich erreichte, wo sie von Jacquin’s schöpfe- rischem Geiste getragen das goldene Zeitalter der Linne'schen Schule feierte. In Ungarn trat erst mit Kitaibel eine neue Epoche ein. °

II. Das Zeitalter Kitaibel’s. Es ist wohl das rühmlichste Zeugniss für das erfolgreiche Wirken eines Mannes, wenn er, sei es auch nur in einem abgegrenzten Gebiete, sein Zeitalter beherrscht und die Leistungen Anderer sich um ihn gruppiren. Unstreitig war dies, insoweit es sich um die Naturkunde Ungarns handelt, bei Kitaibel der Fall. Paul Kitaibel geboren zu Mattersdorf im Com. Oedenburg 1757, studirte zu Oeden- burg, Raab und Ofen und erlangte 1785 die medicinische Doctorswürde. Ein Schüler Winterl's war er noch als Doctorand dessen Adjunkt für Botanık und Chemie und übernahm 1794 die Aufsicht über den botani- schen Garten zu Pest. Im Jahre 1802 wurde er zum Professor der Botanik und Chemie ernannt, obschon er stets anderweitig beschäftigt, sein Lehramt niemals antrat und nach Winterl’s Tode vom Professor Schuster supplirt wurde. Von 1792 bis 1817 war Kitaibel fast beständig auf wissenschaftlichen Reisen, er durchforschte, zum Theil in Gesell- schaft des Grafen Waldstein, ganz Ungarn, Croatien und Slavonien in botanischer, balneologischer und mineralogischer Richtung und betrat viele Gegenden, dievor und leider auch nach ihm kein Botaniker wieder sah. Nur die Central-Karpaten blieben von ihm unberührt.

Eine auffallende, nicht leicht zu erklärende Erscheinung ist es, dass Küitaibel von dem vielen auf seinen Reisen gesammelten wissen- schaftlichen Materiale einen so geringen Gebrauch zu machen wusste, denn im Druck erschien nur das von ihm und dem Grafen Waldstein herausgegebene (von Kütaibel jedoch allein verfasste) Prachtwerk Descrip- tiones et [cones plantarum rariorum Hungariae 1802—12, das den Ruhm seines Verfassers für alle Zeiten gesichert hat. Gräser nahm Kitaibel in dieses Werk nicht auf, er theilte seine diesfälligen Entdeckungen viel- mehr Z#ost mit, der die selteneren oder neuen Arten in seinem nicht minder berühmten Werke Gramina austriaca beschrieb und abbildete. Von seinen balneologischen Arbeiten veröffentlichte Kitaibel gar nichts, denn nicht er, sondern Professor Schuster gab nach seinem Tode 1829 die sogenannte Hydrographica Hungariae heraus, aus der man erst ersah,

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A Geschichtlicher Ueberblick.

dass Kitaibel einen grossen Theil seiner Zeit und seiner Kräfte der Er- forschung der Gesundbrunnen Ungarns gewidmet hatte. Die in diesem Buche enthaltenen botanischen Notizen sind von geringem Belange. Kitaibel starb den 13. December 1817 zu Pest. Sein wissenschaftlicher vom Palatin Erzherzog Josef um 7000 fl. angekaufter Nachlass wurde von diesem dem National-Museum zu Pest geschenkt und so wenigstens seinem Vaterlande erhalten, obschon durch 45 Jahre unbekannt und unbenutzt.

Kitaibel stand mit allen namhaften Botanikern seiner Zeit im wissenschaftlichen Verkehre, vorzugsweise aber mit Willdenow, den er 1798 in Berlin besuchte und welchem er alle seine Entdeckungen und Beobachtungen mitgetheilt zu haben scheint, daher auch die meisten von ihm aufgestellten Arten in Willdenow's Werken erschienen. Botaniker der damaligen Zeit, welche Kütaibel’s Forschungen durch Beiträge zur Flora Ungarns unterstützten und in seinen Schriften öfter erwähnt werden, sind: Arvay und Deszedes in Presburg, Duday in Sirmien, Festetits in Deg, Horky (eigentlich Horhy) in Palota, Küttel (auch Kittel) im Eisen- burger Comitate, Operschal in Rosenberg, Pfisterer in Ofen, Portenschlag in Wien, Zochel damals in Rovne, Schwarzmann in Neu-Sohl, Szontagh in der Zips, vor allen aber der evangelische Pfarrer Mauksch in Kes- mark und der Director des Karlovicer Gymnasiums Wolny, von welchen beiden die meisten Angaben über die Flora der Tatra und von Sirmien herstamnmen.

Man würde sehr einseitig vorgehen, wenn man .Kitaibel’s Ver- dienste um die Botanik blos nach seinen Plantae rariores beurtheilen wollte, hierüber geben vielmehr seine handschriftlichen Tagebücher und Reiseberichte, dann die Fragmente der Flora von Ungarn den eigent- lichen Aufschluss, Diese Manuscripte bezeugen sein vielseitiges Wissen, seinen glücklichen Blick, seine scharfsinnige Beobachtungsgabe, seine unermüdete Thätigkeit, mit der er den angestrebten Zweck verfolgte. Er war Ungarns grösster Naturforscher und hat in dieser Richtung für sein Vaterland mehr geleistet als irgend Jemand vor und nach ihm. Gleichwohl kann er dem Vorwurfe nicht entgehen, dass er seine Kennt- nisse zu verwerthen nicht verstand, sein reiches Material nicht zu ver- arbeiten, ja nicht einmal zu ordnen sich entschliessen konnte und so der Yissenschaft entzog, was er so leicht zum Gemeingut derselben hätte machen können. Vielleicht ein Fehler seines Zeitalters, vielleicht auch eine Folge der Zeitverhältnisse. Nicht minder wäre es wünschenswerth gewesen, wenn Kilaibel bei Aufstellung neuer Arten mehr Mass gehalten und sich dabei einer grösseren Sorgfalt und Auswahl beflissen hätte.

Wie bereits erwähnt, kamen Kütaibel's Manuscripte und sein Herbar in den Besitz des National-Museums. Dabei hatte es sein Verbleiben. Wohl haben Einzelne die Aufzeichnungen Kitaibel’s für sich ausgebeutet, aber dieselben zu sichten, zu ordnen und durch Veröffentlichung all- gemein zugänglich zu machen, daran dachte durch mehr als 40 Jahre kein Mensch. Es wirft daher eben kein günstiges Licht auf jene, die dies zu thun in der Lage gewesen wären, dass es einem Studirenden

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von 20 Jahren, August Kanit:, vorbehalten blieb, diesen Schleier-endlich einmal zu lüften und wenigstens den werthvollsten Theil der Reise- berichte Kitaibel's (Reliquiae Kitaibelianae in den Verhandlungen der zool. bot. Gesellschaft 1862—3) und die Fragmente der Flora von Ungarn (Additamenta ad fioram hungaricam in der Linnaea 1864) herauszugeben.

Gleichzeitig mit Kitaibel und zum Theil unabhängig von ihm haben auch einige andere Männer für die Pflege der Botanik in Ungarn gewirkt. Vor allen steht hier der schwedische Naturforscher Georg Wahlenbery ‘oben an. Er bereiste im Jahre 1813 die damals wenig gekannten Central- Karpaten und legte, von Zochel und Nauksch redlich unterstützt, die Resultate dieser Reise in seiner klassischen Flora Carpatorum prineipalium 4814 nieder, ein hervorragendes in der damaligen Zeit Epoche machendes Werk und noch jetzt unübertroffen. Auch Schultes hat das nicht zu unter- schätzende Verdienst, dass er gestützt auf Zeochel's und Kitaibel’s Mit- theilungen der erste war, welcher in der Flora Oesterreichs 1814 wenig- stens ersichtlich machte, welche Arten überhaupt in Ungarn vorkommen, obschon dies Vorkommen so allgemein als möglich gehalten wurde, allem Anscheine nicht seine sondern Kitaibel’s Schuld, da das absichtliche Ver- schweigen der Fundorte sowie überhaupt die Geheimnissthuerei zu den Eigenthümlichkeiten dieses Zeitalters gehörte. Ebenso muss Daumgarten’s Flora von Siebenbürgen erwähnt werden, weil sich sonst nirgends An- gaben über die zu Ungarn gekommenen siebenbürgischen Comitate vorfin- den, so spärlich diese auch sind. Dieses Werk stand früher in hohem Ansehen, erst in neuester Zeit fing man an, dessen Vortrefflichkeit zu bezweifeln, da man auf so viele Widersprüche und unrichtige Pflanzen- bestimmungen gekommen war. Allein, wenn man erwägt, dass dies die erste Flora Siebenbürgens war und dass bis jetzt Niemand noch eine bessere geschrieben hat, und wenn man die Schwierigkeiten in Betrach- tung zieht, mit denen die Botaniker bei dieser Flora noch heutzutage zu kämpfen haben, so wird man sich zu einem milderen Urtheile gestimmt fühlen und Daumgarten’s Namen fortan ın Ehren halten.

Verdienste anderer Art erwarben sich Diöszegi und Fazekas in Debreein durch die Herausgabe einer Flora von Ungarn in ungarischer Sprache. Obschon diese Flora als solche gar keinen Werth hat, da darin einheimische und ausländische Pflanzen ohne irgend einen leitenden Grundsatz bunt durcheinander aufgeführt werden und nicht einmal das Land angegeben ist, in welchem sie vorkommen sollen, so wurde doch eine ungarische Terminologie und damit die Möglichkeit geschaffen, Pflanzen in ungarischer Sprache beschreiben zu können. Den Anfor- derungen der neueren Terminologie dürfte indessen dies Buch doch nicht genügen.

Graf Franz Szechenyi legte endlich durch die Schenkung seiner grossartigen Bibliothek im Jahre 4802 den Grund zu dem Pester National- Museum, das aber erst 1843 ins Leben trat. Dieses Institut enthält einen reichen, leider nur sehr wenig benutzten Schatz von botanischen Hand- schriften und Pilanzensammlungen.

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IV. Kitaibel's Nachfolger und ihr Wirken. Nach dem Ableben Kitaibel’s erhielt 1817 Karl Haberle (geb. zu Erfurt 1764) die Lehrkanzel der Botanik an der Pester Universität. Er war der erste in Ungarn, der mit dem Linne’schen Systeme zu brechen und dafür das natürliche einzu- führen versuchte, indem er letzteres seinen Vorlesungen zu Grunde legte. Allein er fand hierin wenig Beifall. Denn als Sadler 1825—26 seine Flora des Pester Comitats herausgab, wurde dennoch das Linne’sche System in Anwendung gebracht und ungeachtet im Jahre 1830 Endlicher’s nach dem natürlichen Systeme geordnete Flora posoniensis erschien, ver- harrte Sadler auch in der zweiten Auflage der Pester Flora 1840 bei Linne’s Methode. Das waren die einzigen Kundgebungen des in anderen Ländern sehr lebhaft geführten Kampfes zwischen künstlichem und natürlichem Systeme durch nicht weniger als 40 Jahre, bis man endlich in unseren Tagen so weit kam, dass seit Heuffel’s Enumeratio plantarum Banatus (1858) alle ungarischen Specialfloren nach dem natürlichen Systeme geordnet wurden. Damit waren nun freilich die Classes et Ordines Linne’s beseitigt, deshalb aber das natürliche System noch nicht zur Geltung gebracht, denn dazu genügt es selbstverständlich nicht, die Arten einer Flora nach natürlichen Familien zu reihen, sondern es muss auch damit das eindringliche Studium jener Disciplinen verbunden werden, auf welchen das natürliche System beruht, nämlich Anatomie, Fysiologie und Morfologie der Pflanzen. Diese Wissenschaften werden aber in Ungarn noch immer wenig oder gar nicht betrieben.

Nach Haberle’s traurigem Ende (er wurde am 4. Juni 1832 ermordet in seiner Wohnung gefunden) erhielt Sadler die Professur der Botanik, die er bis zu seinem 1849 erfolgten Tode fortan bekleidete. Sein Zeitalter kennzeichnet sich durch das Erscheinen einiger guter Specialfloren und vieler meist mittelmässiger botanischer Inaugural-Dissertationen, durch zahlreiche Versendungen getrockneter ungarischer Pflanzen besonders nach Deutschland und durch ein regeres botanisches Leben überhaupt; die Vegetations-Verhältnisse Ungarns fingen an, dem In- und Auslande bekannt zu werden, was früher, wo nur die 280 Pflanzen in Kitaibel’s kost- spieligem Prachtwerke, Wahlenberg’s Flora der Central-Karpaten und Schultes höchst allgemeine Angaben zu Gebote standen, nicht der Fall war und auch nicht sein konnte.

Die hervorragendste Stelle in dieser Periode nahmen Sadler, Rochel und Heuffel ein. Josef Sadler (geb. zu Presburg 1791) förderte das Studium der Botanik in Ungarn auf dreifache Weise, durch seine zahlreichen theils gedruckten theils handschriftlich hinterlassenen Werke, durch seine vielen nach allen Richtungen Ungarns unternommenen Reisen und durch Ver- sendung getrockneter Pflanzen in einem grossartigen Massstabe, wodurch er zur Kenntniss der ungarischen Flora wesentlich beitrug und besonders zu Reichenbach’s Flora excursoria ein reiches Material lieferte. Von seinen gedruckten Werken sind die bereits erwähnte Flora comitatus pestinensis, welche zwei Auflagen erlebte, und die Dissertatio de Filicibus veris Hun- gariae die vorzüglichsten. Seine im Pester Museum aufbewahrten Manu- scripte enthalten zahlreiche botanische Reiseberichte und Monografien

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über verschiedene Familien und Gattungen (vergl. Kanitz Gesch. 158—62), die nach seinem Tode von Niemanden benützt worden zu sein scheinen, doch liegen offenbar den meisten der in dieser Periode erschienenen botanischen Inaugural-Dissertationen solche handschriftliche Abhandlungen Sadler's zu Grunde.

Anton Rochel (geb. zu Neunkirchen in Nieder-Oesterreich 1770, gest. zu Graz 1847) war ebenfalls durch Schriften, Reisen und Heraus- gabe getrockneter Pflanzen für die Förderung der ungarischen Flora thätig und an botanischer Praxis seinem Zeitgenossen Sadler vielleicht überlegen. Von 1801—20 lebte er, obschon nur Magister Chirurgiae, als Arzt theils in Rakovec im Com. Neutra, theils in Rovn& im Com. Trenesin und machte die Flora dieser Gegenden, sowie jene der westlichen Central- Karpaten zum Gegenstand seiner Forschungen. Im Jahre 1820 wurde er Gartenmeister des botanischen Gartens in Pest, welchem Amte er bis zu seiner 1840 erfolgten Pensionirung mit Erfolg vorstand. Durch seine in den Jahren 1815 und 1835 unternommenen Reisen in den Banat kam er in die Lage, den ersten Aufschluss über die wunderbare bis dahin kaum gekannte Flora dieses merkwürdigen Landes zu geben. Er schrieb Plantae Banatus rariores 1828, sein vorzüglichstes Werk, dann Miscellen über den nordwestlichen Karpat 1821, Reise in das Banat 1838 und in die Central-Karpaten, letztere im Manuscript. Sein reiches Herbar ver- kaufte er noch bei Lebzeiten an den König von Sachsen.

Adolf Franz Lang (geb. zu Pest 1795) Apotheker zuerst in Pest dann in Neutra, mehr praktischer Botaniker als Schriftsteller, bereiste ebenfalls Ungarn in verschiedenen Richtungen, sammelte viel und erwarb sich dabei eine ausgebreitete Kenntniss der ungarischen Flora. Seit 1821 gab er getrocknete Pflanzensammlungen aus, deren Catalog er unter dem freilich weit mehr versprechenden Titel Enumeratio plantarum in Hungaria sponte nascentium 1822 und 1824 ankündigte. Im Sylloge der Regensburger Gesellschaft 1824 und 1828 stellte er einige neue meist unhaltbare Arten auf, auch schrieb er 4846 eine Art Pflanzengeografie von Ungarn, die aber als misslungen bezeichnet werden muss. Er starb 1863 in Neutra, der letzte aus der alten Zinne’schen Schule.

Stefan Endlicher (geb. zu Presburg 1805, gest. zu Wien 1849) schrieb in einem Alter von 25 Jahren, als er noch Scriptor an der k. k. Hofbibliothek war, 1830 die bereits erwähnte Flora posoniensis, welche obschon sie im Grunde nur eine verbesserte Auflage der Flora Lum- nitzer’s ist, duch in der ganzen Behandlung des Stoffes die Prinzipien einer neuen aufgeklärten Schule nicht verkennen liess. Endlicher’s nach- heriges grossartiges Wirken gehört nicht in Ungarn, überhaupt keinem Lande speciell, sondern der Botanik in ihrer Totalität an, allein da er in Presburg geboren, anderseits sein gewaltiger Geist in Wien sich ausbildete, so können ihn wohl beide Städte als den ihrigen in Anspruch nehmen.

Peter Wierzbicki, zuletzt Werkarzt in Oravica im Com. Krassö, botanisirte früher im Wieselburger Comitate und am Plattensee, später im südlichen Banate, über dessen Flora er auch in der Regensburger botanischen Zeitschrift zwei Aufsätze veröffentlichte. Mit Reichenbach

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stand er im lebhaften Verkehr und lieferte ihm viele Beiträge sowohl zur Iconographia botanica als zur Flora exsiecata, doch haben sich die von ihm als neu aufgestellten Arten in der Folge meistens als unhaltbar herausgestellt. Er starb 1847 erst 53 Jahre alt. Sein schönes Herbar kam in den Besitz des Joanneums, seine handschriftliche Flora des Wiesel- burger Comitats und die von ihm gemeinschaftlich mit Szenezy und ‚Hutter verfasste Aufzählung der um Keszthely am Plattensee vorkommenden Pflanzen befinden sich im Pester Museum.

Georg Feumy, zuletzt Professor in Gran (+ 1847) ein vielseitig gebildeter Mann aber kein Botaniker, schrieb 1842 eine Aufzählung der iu Sirmien vorkommenden Arten, eine Arbeit, bei der Wolny und der natürliche Pflanzenreichthum Sirmiens mehr Verdienst haben als der Verfasser.

Den Schlussstein dieses Zeitalters und zugleich den Uebergang zur letzten Periode, d. i. zur gegenwärtigen Zeit bildet Heupffel, dessen Schriften bereits ein modernes Gepräge an sich tragen. Johann Heufel, geboren zu Modern im Presburger Comitate 14800, studirte”zu Presburg, Wien und Pest und wurde 1829 Comitats-Fysikus in Lugos, wo er auch bis zu seinem 1857 erfolgten Tode als praktischer Arzt verblieb. Er botanisirte in verschiedenen Gegenden Ungarns, am meisten aber im Banat, dessen Flora durch ihn erst recht bekannt wurde. Kotschy, Wierz- bicki, Grossek, Weland, Galliny, Martini und Vuchetich unterstützten ihn hierbei auf das thätigste. ZHeufel schrieb viele Aufsätze über ver- schiedene Gattungen und Arten, sein Hauptwerk Enumeratio plantarum Banatus gab aber erst Janka 1858 nach seinem Tode heraus. Von allen ungarischen Botanikern, vielleicht selbst Kitaibel nicht ausgenommen, stand keiner in einem so ausgebreiteten wissenschaftlichen Verkehre mit dem In- und Auslande wie Heuffel. Sein ausgezeichnetes Herbar brachte der damalige Bischof von Siebenbürgen Dr. Haynald käuflich an sich.

Schliesslich muss noch der Naturforscher-Versammlungen erwähnt werden, welche von dem Professor Bene in Pest nach dem Beispiele Deutschlands 1841 ins Leben gerufen, bis 1848 regelmässig abgehalten und 1863 und 1864 wieder aufgenommen wurden. In botanischer Bezie- hung haben sie jedoch nichts besonderes geleistet, da die meisten darin enthaltenen Aufsätze (Dorner’s Cuscuten und Feichtinger’s Flora von Gran ausgenommen) unverkennbar Spuren flüchtiger Eile an sich tragen.

Von den vielen in diesem Zeitraume erschienenen Inaugural-Dis- sertationen botanischen Inhalts haben nur die von Nendtvich und Polak über die Floren von Fünfkirchen (1836) und des Eisenburger Comitates (1839), dann Gresz Monografie der Gattung Potentilla Anspruch auf Brauchbarkeit, die anderen nehmen nur eine sehr untergeordnete Stellung ein oder sind ganz werthlos.

Wirft man einen prüfenden Blick auf diesen mehr als 30 Jahre langen Zeitabschnitt, so kann man den Nachfolgern Kitaibel's die An- erkennung nicht versagen, dass sie sein Werk thätig fortgesetzt und in der Fytografie sowie in der Sammlung der Standorte vieles geleistet

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haben. Dabei darf nicht übersehen werden, dass vielleicht die Hälfte dessen, was wirklich geleistet wurde, gar nie zur Oeffentlichkeit gelangen konnte, denn bei der Ungunst der damaligen Zeitverhältnisse bezüglich literarischer Zustände wanderte so manche werthvolle Arbeit, die keinen Verlag fand, in das Pester Museum oder kam in Privathände, wo sie unbeachtet liegen blieb oder gar verloren ging.

V. Die gegenwärtige Zeit von 1850 bis jetzt ist an botanischen Leistun- gen quantitativ am reichsten, denn die inzwischen entstandenen gelehrten Gesellschaften und Zeitschriften machten es möglich, auch kleineren Auf- sätzen eine weitere Verbreitung zu gewähren. Es würde zu weit führen, in das einzelne dieser Leistungen einzugehen, daher hier nur diejenigen Botaniker insbesondere hervorgehoben werden, deren Wirken höheres Interesse erweckt. ®

Josef von Dorner (geb. zu Raab 1810), Professor der Naturgeschichte zu Pest, weniger Florist als Pflanzenanatom und Fysiolog, der erste und wohl auch der einzige, „welcher diese Disciplinen durch \Vort und That nach Ungarn verpflanzte* (Kanitz Gesch. 201, wo auch ein Verzeichniss der von ihm in dieser Richtung verfassten Abhandiungen beigefügt ist). Sein 1846 lebhaft angeregter Plan, im Vereine mit Sadler und Heuffel eine Flora von Ungarn zu schreiben, kam leider nicht zur Ausführung.

Friedrich Hazslinszky (geb. zu Kesmark 1818), Professor am Colle- gium zu Eperjes, Botaniker und Geolog, bereiste Ungarn nach verschiedenen Richtungen, besonders aber das karpatische Hochland, zu dessen besserer Kenntniss er wesentlich beitrug. Sein jüngstes Werk hierüber Ejszaki magyarhon viranya 1864 empfiehlt sich besonders in pflanzengeografischer Beziehung. In letzterer Zeit vorzugsweise Kryptogamist kann ihm in diesem Fache wohl Niemand in Ungarn den Vorzug streitig machen.

Dr. Gustav Reuss, Arzt in Gross-Röce im Com. Gömör (7 1861), gab 1853 eine in slavischer Sprache geschriebene Flora der slovakischen Comitate Ober-Ungarns (Kvetna Slovenska) heraus. Nach Stur bezüglich der slavisch-botanischen Terminologie ein wichtiges Buch (ÖBW. IV. 403). Dem mag so sein, in jeder anderen Rücksicht dagegen wird dies Werk Niemanden genügen, denn es ist höchst unvollständig und viele Angaben sind offenbar unrichtig. Es würde sich vielleicht besser ausnehmen, wenn es den Titel einer Flora der Comitate Gömör und Borsod führen möchte.

Dr. Anton Kerner (geb. zu Mautern in Nieder-Oesterreich 1831) von 1855—60 Professor der Naturgeschichte in Ofen, jetzt in Innsbruck, benützte seinen verhältnissmässig kurzen Aufenthalt in Ungarn zu wahr- haft glänzenden Erfolgen. Seine pflanzengeografischen Schilderungen des Pilis-Vertes Gebirges, des Bakonyer Waldes, der Biharia, die vor ihm noch kein Botaniker betreten, und des ungarischen Tieflandes beur- kunden eine ebenso geniale Auffassung als gewandte Ausführung.

Victor von Janka, k. k. Kürassier-Lieutenant (geb. zu Wien 1837) botanisirte schon in jugendlichem Alter in Siebenbürgen und im Banat, später in Kumanien und im Biharer Comitate. Bei seiner ausgebreiteten Kenntniss der botanischen Literatur und seinem richtigen Blick in Er- kennung der Arten konnte es ihm nicht fehlen, so manche schöne Ent-

Neilreich, ungar. Planzengeografie. 2

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deckung zu machen. Er schrieb theils kritische Aufsätze über leicht zu verwechselnde Pflanzen theils floristische Beiträge in verschiedenen Zeit- schriften, seine vorzüglichste Abhandlung erschien in der Linnaea 1859 unter dem Titel Adnotationes in plantas dacicas.

August Kanitz (geb. zu Lugos 1843), Hörer der Rechte in Wien, hat, wie bereits erwähnt, durch die Herausgabe der Reliquiae Kitaibe- lianae und der Additamenta Kütaibel’s, dann des literarischen Nachlasses Heuffel’s so zu sagen das Eis gebrochen, unter dem so viele werthyolle botanische Manuscripte begraben liegen. Seine genaue